Trend Aktivkohle
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Detox-Trend Aktivkohle

Black is the new white

Ein dunkles Pulver steckt zurzeit in allerlei Produkten und färbt Smoothies, Eis, Zahnpasta, Shampoos und Gesichtsmasken pechschwarz – Aktivkohle. Food Lover und Beauty-Liebhabern verspricht das vermeintliche Wundermittel viel. Die Zähne soll es weißer machen, die Haut porentief reinigen, den Körper von Giftstoffen befreien und den Kater oder Jetlag besiegen. Doch wie gesund ist Aktivkohle wirklich?

In der Medizin wird Aktivkohle durch seine schwammartige Eigenschaft schon seit Jahrhunderten zur Entgiftung und bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Als Hausmittel gegen Durchfall ist Aktivkohle so manch einem auch heute noch aus der Hausapotheke bekannt. Gewonnen wird sie u.a. aus Lindenholz und Kokosschalen. Bei starker Erhitzung verflüchtigen sich die Begleitsubstanzen und feinkörniger Kohlenstoff bleibt zurück. Klingt also erst einmal nach einem pflanzlichen Produkt und scheint für den Körper als Detox-Wundermittel unbedenklich zu sein. Doch wie so oft kann zu viel des Guten auch negative Effekte bewirken.

Detox-Debakel durch unkontrollierbare Effekte

Das Risiko steckt in der starken Filterwirkung des schwarzen Wirkstoffs. In der Medizin ist diese Eigenschaft durchaus nützlich, denn Aktivkohle reinigt Wunden und kann bei einer Überdosierung von Arzneimitteln eingesetzt werden. Diese filternde Wirkung ist jedoch nicht kontrollierbar und so bindet Aktivkohle auch Eisen und Antioxidantien, unterscheidet also nicht zwischen schädlichen und wertvollen Stoffen. Gesunde Nährstoffe werden dem Körper entzogen, welche dieser für einen gesunden Organismus benötigt. Experten warnen daher vor einem zu hohen Konsum der schwarzen Lifestyle-Produkte und bezweifeln den gehypten Detox-Effekt. Aktivkohle kann u.a. einen Vitamin- und Mineralstoffmangel verursachen, die Wirkung von Medikamenten wie der Antibabypille beeinträchtigen und sogar Verstopfung auslösen. Wer in Aktivkohle also das neue Superfood sieht und seinem Körper mit dem Black-Food-Trend etwas Gutes tun möchte, sollte das Absorptionspotenzial hinterfragen.

Mehr Masche statt maßlose Schönheit

Bleibt die Frage nach der Cleansing-Wirkung in Kosmetikprodukten wie Reinigungsmasken, Peelings, Zahnpasta und Shampoos. Partikel aus Tee, Kaffee oder Wein sollen durch regelmäßige Anwendung von schwarzen Pasten von der Zahnoberfläche aufgesaugt werden, dunkle Gesichtsmasken die Haut porentief reinigen. Wissenschaftlich sind die beworbenen Effekte nicht belegt. In einigen Produkten wird die Aktivkohle sogar durch andere Inhaltsstoffe neutralisiert, sodass die gewünschte Wirkung ohnehin ausbleibt. Hinzukommt, dass viele Kosmetika statt des schwarzen Pulvers lediglich Farbstoffe enthalten. In vielen Fällen können Sie sich also das Geld für vermeintliche Beauty-Wundermittel sparen – auch bei noch so verlockenden Versprechen. „Ökotest“ bewertete kürzlich Aktivkohleprodukte und vergab mehrfach die Note „Ungenügend“.

Wer auf eine entgiftende Wirkung nicht verzichten möchte, sollte sich eine Alternative suchen. Grüner Tee enthält viele Antioxidantien und auch Ingwer und Zitrone wirken entgiftend. Schmeckt übrigens auch als Kombination in einem frisch aufgebrühten Tee wunderbar.

Und noch ein Detox-Trend – und zwar Sugar-Detox. Weshalb der Verzicht auf Zucker eine Überlegung wert ist, erfahrt ihr in unserem letzten Blogbeitrag!

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