Tipps gegen Augentrockenheit
Allgemein,  Healthy Lifestyle

Trockene Augen: Ursachen erkennen und Symptome lindern

Das hilft gegen Augentrockenheit

Sie brennen, sind gerötet, fühlen sich schwer und müde an und erst, wenn ich sie mit Tropfen oder einem Gel benetze, verschwindet das Gefühl von reibenden Sandkörnern. Die Rede ist von trockenen Augen, unter denen neben mir rund zwölf Millionen Menschen in Deutschland leiden. Besonders in der kalten Jahreszeit, regieren unsere Augen sehr sensibel auf die trockene Heizungsluft im Büro und den Wohnräumen zu Hause. Auch lange Bildschirmarbeit und Zugluft zählen zu den Umweltfaktoren, die die Augen mitunter stark beeinflussen. Gerade Kontaktlinsenträger wie ich, haben besonders häufig mit unangenehmen Symptomen zu kämpfen. Wie ihr für Linderung sorgt, erfahrt ihr hier.

Unsere Augenoberfläche ist von einem dünnen Tränenfilm bedeckt, der aus drei Schichten besteht. Die innere Muzinschicht ermöglicht das Anhaften des Tränenfilms an der Augenoberfläche. Die mittlere Schicht ist wässrig, spendet somit Feuchtigkeit und enthält Sauerstoff, Nährstoffe und keimtötende Substanzen. Die äußere Lipidschicht sorgt dafür, dass der Tränenfilm nicht so schnell verdunstet. Durch einen gestörten Tränenfilm kommt es zu einer Benetzungsstörung der Augenoberfläche, die nicht mehr ausreichend befeuchtet wird. Stoffwechselprodukte werden nicht mehr ausreichend abtransportiert, und die Hornhaut unzureichend mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt. Trockene Augen sind die unangenehme Folge.

So zeigt sich Augentrockenheit

Ist das Auge zu trocken kann sich das auf unterschiedliche Art und Weise äußern. Ein Großteil leidet unter einer reduzierten Tränenbildung. Das Augenlid reibt durch die mangelnde Befeuchtung über die Augenoberfläche und reizt diese. Meist entsteht hierdurch ein typisches Fremdkörpergefühl im Auge. Im Gegensatz hierzu äußern sich zu trockene Augen auch durch einen verstärkten Tränenfluss, da die Flüssigkeit auf der Augenoberfläche zu schnell verdunstet. Dies passiert mitunter, wenn die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört ist. Bleibt er nicht haften und reißt, werden auch entzündliche Prozesse begünstigt. Gerötete, brennende Augen, geschwollene Lider, Juckreiz und das Gefühl von Sandkörpern im Auge gehören zu den häufigsten Symptomen. Um Erkrankungen auszuschließen, sollte der erste Weg zum Arzt führen.

Umweltfaktoren und körperliche Ursachen reizen unsere Augen

Sonneneinstrahlung, Abgase, Rauch und Zugluft, z.B. durch die Lüftungsdüsen in Auto und Flugzeug, ein zu trockenes Raumklima und Kosmetika sorgen häufig dafür, dass der Tränenfilm schneller verdunstet. Entzündungen entstehen, wenn zusätzlich die Drüsen an den Lidrändern verstopfen, welche für die Fett- und Enzymproduktion zuständig sind. Zudem tun die tägliche Bildschirmarbeit und der Blick auf Smartphone und Tablet unseren Augen gar nicht gut, denn meist blinzeln wir dabei seltener. In Kombination mit trockener Luft im Büro durch Klimaanlage oder Heizung entstehen schnell trockene Augen. Doch auch verschiedene Medikamente wie Betablocker, Neuroleptika, Antidepressiva, Schlafmittel oder Hormonpräparate können Augentrockenheit bewirken. Besonders Kontaktlinsenträger leiden häufig unter trockenen Augen, denn die unscheinbaren Sehhilfen behindern die Verteilung der Tränenflüssigkeit. Ist die Sehstärke der Brille allerdings nicht richtig angepasst, klagen auch Brillenträger über Augentrockenheit. Um die Sehschwäche auszugleichen, starren Betroffenen meist sehr angestrengt, wodurch die Augen länger geöffnet bleiben und der Tränenfilm schneller verdunstet. Ein veränderter Hormonhaushalt in den Wechseljahren oder in der Schwangerschaft kann ebenso die Funktion der Tränendrüsen beeinflussen – so auch Diabetes.

Symptome behandeln – Augentrockenheit lindern:

• Häufiges lüften hilft, um für ein besseres Raumklima zu sorgen

• Zugluft z.B. durch Klimaanlage meiden

• Viel trinken, denn ein guter Flüssigkeitshaushalt wirkt sich auch positiv auf die Tränenflüssigkeit aus

• reizarme Augenkosmetika verwenden

• in geschlossenen Räumen rauchen vermeiden

• viel an der frischen Luft bewegen

• bewusst häufiger blinzeln und für kurze Zeit die Augen schließen

• Blick auf das Smartphone oder Tablet reduzieren

• Kontaktlinsenträger sollten zu sauerstoffdurchlässigen Linsen greifen und
im Wechsel immer mal wieder Brille tragen

Lidrandhygiene

Sind die Drüsen an den Lidrändern verstopft, verhindern sie einen gesunden Tränenfluss. Warme Kompressen oder auch einige Minuten vor der Rotlichtlampe (mit geschlossenen Augen) können das Sekret in den verstopften Drüsen wieder verflüssigen. Anschließend das Unterlid von unten nach oben und das Oberlid von oben nach unten mit einem sauberen Wattestäbchen entlang streichen.

Präparate aus der Apotheke

Tropfen und Gele helfen, den Tränenfilm zu stabilisieren. Produkte ohne Konservierungsmittel sorgen mehrmals täglich angewendet für angenehme Feuchtigkeit. Für die Nacht wirken Salben entzündungshemmend und pflegend.

Entspannungsübungen für das Auge

Eine einfach Entspannungsübung, die jeder mehrmals am Tag einbauen kann: Den Blick vom Bildschirm wegbewegen und drei Punkt in der Ferne abwechselnd fixieren. So entspannt sich auch der Augenmuskel.

So weit es geht nach oben schauen und tief ein- und ausatmen. Anschließend so weit es geht nach unten schauen und wieder einen tiefen Atemzug nehmen. Diese Übung ein paar Mal wiederholen!

Die Augen eine Minute im Uhrzeigersinn kreisen und anschließend für 10 Sekunden schließen. Nun die andere Runde und wieder 10 Sekunden entspannt die Augen schließen.

Nicht nur die Augen, auch der Körper braucht regelmäßig eine Auszeit. Wie ihr richtig abschalten könnt, erfahrt ihr in unserem letzten Blogbeitrag „Me-Time: So kehrt Entspannung im Alltag ein“.

Noch mehr hilfreiche Übungen für brennende, schmerzende Augen gibt`s hier:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.