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Das Blutbild: Die wichtigsten Laborwerte verständlich erklärt

Welche Laborwerte Hinweise auf Erkrankungen liefern

Um gesundheitliche Beschwerden bestimmen zu können, empfiehlt sich in vielen Fällen eine Blutuntersuchung. Die ermittelten Laborwerte können Aufschluss über die körperlichen Abläufe geben. Beim Blick auf das Blutbild kann der Arzt also erkennen, ob es erste Hinweise auf eine Krankheit, wie eine Infektion, Entzündung oder Blutarmut gibt, wenn die Werte von der Norm abweichen. Als medizinische Laien verstehen wir jedoch oftmals wenig von den untersuchten Blutwerten. Eine kleine Übersicht soll daher etwas Klarheit schaffen.

Das kleine Blutbild erlaubt einen Blick auf die Basiswerte. Untersucht werden fünf Blutwerte:

Leukozyten: Die weißen Blutkörperchen spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern und machen 1 % der Blutzellen aus. Die Menge der Leukozyten zeigt also an, wie aktiv die körpereigene Immunabwehr ist. Eine Erhöhung der Leukozyten kann verschiedene Gründe haben. So steigen die Leukozyten-Werte bei Infektionen und Entzündungen an. Ist die Anzahl zu niedrig, liegt dies häufig an einer Immunsuppression, einer Unterdrückung der Körperabwehr. Auch Virusinfektionen können eine verminderte Leukozytenzahl bewirken. Im Blut von Erwachsenen liegt die Leukozytenzahl in der Regel zwischen 4.000 und 10.000 Leukozyten pro Mikroliter. Bei einer Infektion kann die Anzahl auf bis zu 30.000 oder höher steigen.

Erythrozyten: Die roten Blutkörperchen machen mit 99% den größten Anteil der Zellen im Blut aus. Ihre Hauptfunktion besteht im Transport von Sauerstoff ins Gewebe. Dies geschieht folgendermaßen: In der Lunge binden sie den Sauerstoff an den eisenhaltigen Farbstoff, das Hämoglobin, und geben es in den kleinen Haargefäßen des Gewebes wieder ab. Dabei nehmen die Erythrozyten das bei der Zellatmung entstandene Kohlendioxid auf, transportieren es in die Lunge, wo es abgeatmet wird und der Kreislauf beginnt von vorne. Eine erhöhte Erythrozytenzahl kann demnach auf einen Sauerstoffmangel z.B. in Folge einer Herzerkrankung oder Lungenkrankheit hindeuten. Auch Hormonstörungen, Stoffwechselerkrankungen, Nierenerkrankungen und Flüssigkeitsmangel können Ursache einer erhöhten Anzahl an Erythrozyten sein. Bei Blutverlust, Eisen- oder Vitaminmangel und chronischen Infektionen befinden sich hingegen zu wenig Erythrozyten im Blut. Bei Frauen liegt der Normbereich bei 4,1 – 5,1 Millionen/μl, bei Männer zwischen 4,5 – 5,9 Millionen/μl.  

Thrombozyten: Die Blutplättchen sind die kleinsten Zellen des Bluts und sehr wichtig für die Blutgerinnung. Bei Wunden oder Verletzungen der Gefäße kommt unser Gerinnungssystem zum Einsatz und die Blutplättchen werden aktiviert, sie vernetzen sich und bilden einen Blutpfropf, der die Wunde abdichtet. Ist die Thrombozytenzahl erhöht, kann das auf ein erhöhtes Thromboserisiko hindeuten. Auch bei großen Blutverlusten, Erkrankungen des Knochenmarks, entzündlichen Darmkrankheiten oder Arthritis können die Thrombozyten-Werte erhöht sein. Eine niedrige Anzahl an Thrombozyten kommt hingegen u.a. bei Vitamin-B12- oder Folsäuremangel, der Einnahme bestimmter Medikamente oder Autoimmunkrankheiten vor. In der Regel liegt der Normwert bei 140.000 bis 360.000 /μl Blut.

Hämoglobin: Der Blutfarbstoff Hämoglobin ist der Sauerstoffträger in den Erythrozyten und macht ein Drittel der Masse der Erythrozyten aus. Bei erhöhten Werten kann ein Verdacht auf Tumore bestehen, wohingegen niedrige Werte auf chronische Magen- und Darmleiden hindeuten können.  Bei Frauen spricht man bei Werten unter 12 g/dl, bei Männern unter bzw. 13 g/dl von einer Anämie (Blutarmut).

Hämatokrit: Der Hämatokrit-Wert beschreibt den Anteil der festen Blutzellen am Gesamtblutvolumen und zeigt an, wie dick- oder dünnflüssig das Blut ist. Gleichzeitig lässt der Wert erkennen wie es um den Wasserhaushalt unseres Organismus steht.

Blutbild

Das große Blutbild ergänzt das kleine Blutbild um ein sogenanntes Differentialblutbild

Hierbei werden die fünf verschiedenen Typen der weißen Blutkörperchen genau untersucht: die neutrophilen, die eosinophilen und die basophilen Granulozyten, die Monozyten und Lymphozyten. Sofern ein Krankheitsverdacht besteht oder die Blutwerte des kleinen Blutbilds von der Norm abweichen, veranlasst der Arzt häufig ein großes Blutbild, um die drei Untergruppen der Leukozyten detailliert zu untersuchen.

Granulozyten: Granulozyten sind die größte Untergruppe der Leukozyten und unter dem Mikroskop an den kleinen, enthaltenen Körnchen (Granula) erkennbar. Es gibt drei verschiedene Arten, wobei die neutrophilen Granulozyten, sogenannte Fresszellen, Erreger und Zelltrümmer aufnehmen, die eosinophilen Granulozyten zusätzlich Histamin inaktivieren und Antigen-Antikörper-Komplexe aufnehmen und die basophilen Granulozyten u. a. an der allergischen Sofortreaktion beteiligt sind. Ein erhöhter Granulozyten-Wert kann die Folge einer Infektion, Entzündung, chronisch entzündlichen Krankheit, einer Störung des Hormonhaushalts oder bestimmter Krebsarten sein. Bei Bluterkrankungen, bestimmten Infektionen oder einer Überfunktion der Milz kann die Anzahl der Granulozyten vermindert sein.

Monozyten: Die Monozyten oder sogenannten großen Fresszellen kommen größtenteils im Gewebe vor und spielen ebenso eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr. Sie sind die größten Zellen der weißen Blutkörperchen. Bei Erwachsenen beträgt ihr Anteil an den Leukozyten etwa 4 bis 13 Prozent.  Anhand ihrer Anzahl und der Verteilung erkennt der Arzt die Art von Entzündungen, Erregern und Allergien. Im Gewebe wandeln sich die Monozyten in Makrophagen (Fresszellen) um und wehren Erreger ab. Dies geschieht u.a. auch indem sie Teile der Erreger auf ihrer Zelloberfläche zu anderen Abwehrzellen transportieren, die dann spezielle Antikörper bilden. Die Anzahl der Monozyten kann vor allem bei Infektionen, Autoimmunerkrankungen und bestimmten Krebsarten erhöht sein. Eine verminderte Monozytenzahl tritt hingegen selten auf. Der Normbereich liegt bei 0,2 bis 0,8 Tausend/μl.

Lymphozyten: Von den kleinsten Zellen der weißen Blutkörperchen gibt es drei verschiedene Zelltypen. Die B-Lymphozyten produzieren Antikörper, richten sich gegen ein erkanntes Antigen und wandeln sich nach Antigenkontakt zu antikörperproduzierenden Plasmazellen. Die T-Lymphozyten erkennen Antigene und stimulieren die Immunabwehr. Die NK-Zellen, sogenannte natürliche Killerzellen, machen ihrem Namen alle Ehre, indem sie infizierte Zellen und Tumorzellen erkennen und sie zerstören. Bei Erwachsenen befindet sich der Großteil der Lymphozyten nicht im Blut sondern im Knochenmark, den lymphatischen Organen Thymus, Milz und Mandeln, den Peyerschen Plaques im Dünndarm und den Lymphknoten. Erst, wenn eine Infektion oder Entzündung eintritt, steigt die Anzahl der Leukozyten und Lymphozyten im Blut an. Ist der Leukozyten-Wert erhöht oder besonders niedrig, kann der Arzt die Lymphozytenzahl bestimmen, um Aufschluss über die verminderte oder vermehrte Zellart und den Zustand der Körperabwehr zu erhalten. Bei Erwachsene enthält das Blut etwa 1000 bis 2900 Lymphozyten pro µl.

In unserem letzten Beitrag erfahrt ihr, wie ihr lästige Beschwerden bei Heuschnupfen und Allergien lindert!

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